i wont be home no more
" ELEMENTARE BEHELFE " 2012 Künstlertage auf dem Hermannshof Völksen

...Der Besucher betritt ein Terrain, das er zunächst als eine Bepflanzung einordnet. Bei längerer Verweildauer wird offenbar, dass es sich um eine Plantage handelt, deren circa fünfzig fremdartige, fleischrotfarbene, zapfenartige Setzlinge jedoch nicht wirklich von Fruchtbarkeit und Erntedank sprechen. Alles scheint eher morbid und krank, seltsam erstarrt und verlassen. Die wulstigen Brüche oder geschwürartigen Beulen eines jeden Setzlings mögen den Besucher gar an Münder denken lassen und schon beginnt auf dem Feld ein Wispern und Murmeln.
Nie wieder werde ich zu Hause sein.
Im Hintergrund dieses gefährlichen Ackers nimmt der aufmerksame Betrachter ein Blitzen von Licht wahr. Ein kleiner grauer Verschlag am Ende des Feldes gewährt durch eine runde Öffnung in der eingegrabenen Tür Einblick in ein Lager mit eben jenen fleischfarbenen Körpern im Inneren - vielleicht eine Brutstätte oder ein Versteck. An genau dieser Stelle wird der Installation von Stegat das Leben eingehaucht. Hier am kleinen Verhau, der sich perfekt in seine Umgebung einfügt und doch künstlich von der Künstlerin in den bestehenden Wildwuchs integriert wurde, beginnt die seltsame Geschichte. Wie selbstverständlich verknüpft der Betrachter der Szenerie den riesigen Sendemast mit diesem winzigen Gebäude:
es wird als sein diesseitiger Ein- oder Ausgang sichtbar, man imaginiert unterirdische Tunnel, gespenstische Überwachungsaufträge, Strahlungsenergie und sieht schon bald in den ausgesetzten Wesen die spionierende Population einer fernen Zukunft ... oder auch nicht.
Der Erzählmodus dieser Installation ist vage und offen, das macht ihren ganz eignen Sinn aus.
(Text: An Seebach für Elementare Behelfe 2012)