Schabracke mit Christel Fetzer
super bien! gewächshaus für zeitgenössische kunst Berlin 2014

Für den Ausstellungsort super bien! wurde die ursprüngliche Funktion des Glashauses neu definiert. Vom Gewächshaus in der Selbstversorgerparzelle in eine Vitrine, einen Kunstbehälter.
Christel Fetzer und Christiane Stegat ordnen dem Haus eine weitere Funktion zu, es wird Formgeber und Display für die Arbeit „Schabracke“.
Über Längsseiten und Dach verdeckt die Konstruktion aus Holz das Glashaus und macht es und seine unterschiedlichen Funktionen unsichtbar. Man schaut auf die Fassade einer Baracke. Durch die Materialästhetik des Überwurfes wird das Gewächshaus visuell in der Selbstversorgerparzelle verortet und auf seine ursprünglichste Form, ein Haus, reduziert.
Auf die offenen Frontseiten blickend, sieht man den Querschnitt, das Glashaus als Leerform.
Möglicherweise ein Modul, das sich zu beiden Seiten ansetzen lässt und so den Körper beliebig verlängert. Eine Lösung für ein unbekanntes Problem ist die Schabracke ein pragmatisches Produkt aus den Ressourcen seines Ortes.


(Schabracke Bedeutung: reich bestickter Überwurf (über Flanken und Rücken),  umgangssprachlich: alte, abgetakelte Frau, Xanthippe)


Christel Fetzer und Christiane Stegat arbeiten hier bei super bien! zum ersten Mal gemeinsam an einem Projekt. Beide Künstlerinnen haben schon zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum verwirklicht. Ordnungsprinzipien, Strukturen gesellschaftlicher Konventionen, Umwertungen gegebener Zustände sind Themen, die Beide auf unterschiedlichste Art bearbeiten.
(Pressetext zur Ausstellungseröffnung super bien! 2014)