spawn

"lichtparcours 2010" 2010 Braunschweig
Standort: Rückwand des Schulgebäudes Echternstraße 1

Im Jahr 2010 plant die Stadt Braunschweig, einen weiteren Lichtparcours zu realisieren, an dem internationale zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart spezifische, temporäre Arbeiten im öffentlichen Raum der Stadt zeigen. Die Künstlerinnen und Künstler haben in ihren Entwürfen einen topografischen, urbanen oder gesellschaftlich-historischen Bezug zur Stadt aufgenommen und zum integralen Bestandteil ihrer Arbeit gemacht, wobei die unterschiedlichsten künstlerischen Positionen die Ansätze dieser Ortsbezogenheit zum Ausdruck bringen sollen.
(Textauszug Einladung Fachbereich Kultur der Stadt Braunschweig)

spawn (engl.)                  Subst.- Brut,Ausgeburt,Laich
Verb- laichen,erzeugen,(sich)vermehren
Slang- etwas aushecken

... Auch „spawn“ ist so eine Struktur, die zunächst wie ein seltsam vergrößertes Gelege, Laich oder Schaum anmutet. Aus dem Fenster eines alten Schulgebäudes herabfließend, die steinerne Fassade bis zum Ufer der Oker hinunter, sammelt sich am Wasser ein Haufen weißer Kugeln mit einem Durchmesser von jeweils etwa zwanzig Zentimetern. Die biomorphe Ansammlung täuscht nur kurzfristig über die Banalität der einzelnen Module hinweg: Tatsächlich handelt es sich um industriell gefertigte, von innen mit LEDs beleuchtete Plastikkugeln – Massenartikel, aus denen eindeutig die einzelnen Kabel herausblicken. Ihr artifizieller Charakter wird damit bewusst demonstriert: Das rätselhafte Etwas entpuppt sich als ein Haufen profaner Ready-Mades – Produkte, die in unverändertem,vorgefertigtem Zustand unmittelbar in das Kunstwerk übertragen werden. Während sie tagsüber kaltweiß, glatt und funktionslos daherkommen, verwandeln sich die Kugeln nachts in beinahe magisch auf Wasser und Ufer ausstrahlende Leuchtkörper. Beim Betrachter entsteht dabei ein romantischer Rückkopplungseffekt:
Die Erkenntnis der schlichten Künstlichkeit der Module kann nicht verhindern, dass er Assoziationen zu lebendigen Erscheinungsformen zulässt.
Es ist, als würde er angesichts des fremden Gebildes nach bekannten Parametern suchen, die er am ehesten an einer urwüchsigen, naturgegebenen Gestalt – eben Eier oder Laich – festmachen kann. Der alltägliche Ort und das gewöhnliche Material erhalten dadurch den Anschein von etwas Besonderem und Geheimnisvollen."
(Auszug Katalogtext "3.lichtparcours2010" Gesine Borchert)